LT Venezuela PDF Drucken E-Mail

Image

 

 Ländertipps Venezuela

 

 

Visum

Mit der Guranteeform kann man sein Visum beantragen. Am besten besorgt ihr euch vorher eine Auflistung der Botschaft, was man für ein Visum benötigt, und schickt eure Dokumente per Einschreiben an die Botschaft. Innerhalb von wenigen Wochen erhaltet ihr das Visum per Post. Im Gegensatz zu anderen Ländern, bekommt man das Jahresvisum für Venezuela recht unkompliziert und günstig. Persönliches Hinfahren zur Botschaft nach Frankfurt ist absolut nicht nötig.

Impfungen, med. Vorkehrung

Neben dem Visum sollte man auch einige medizinische Vorkehrungen treffen. Folgende Impfungen sind zu empfehlen: Hepatitis A/B (vom Arzt empfohlen), Gelbfieber und Thyphus. Malariatabletten sollten zwar von zu Hause mitgenommen werden (Lariam), aber nicht zwingend eingenommen werden. Hier sollte man auf die Empfehlung der venezolanischen Rotarier achten, die sich besser damit auskennen. Mit den Impfungen sollte man frühstmöglich anfangen, weil einige Impfungen 6 Monate dauern.

Einreise/Ausreise

Bei der Einreise wird jedem Touristen eine Einreisekarte im Flugzeug ausgehändigt, die zu einem Aufenthalt von i.d.R. bis zu 60 Tagen berechtigt. Trotz des Visums müsst ihr diesen Beleg ausfüllen!!! Das grüne Doppel muss der Passinhaber bei der Ausreise wieder abgeben. In Venezuela müssen sich auch Ausländer jederzeit ausweisen und ihren legalen Aufenthaltsstatus nachweisen können. Nehmt also immer euren Personalausweis und eine Kopie eures Reisepasses mit.
Bei der Ausreise müsst ihr eine sogenannte Ausreisesteuer bezahlen. Diese ist direkt an einem Schalter vor Ort bar zu verrichten. Denkt also daran, bei der Ausreise noch genügend Bolivar (ca. 100.000) dabei zu haben.
Aufgrund des vermehrten Drogenschmuggel durch die direkte Nachbarschaft zu Kolumbien kann es am Flughafen zu harten Kontrollen kommen. Besonders bei der Ausreise werden stichprobenartig Leibesvisitationen von der Armee durchgeführt (Frauen werden natürlich auch von Frauen abgetastet). Wer sich weigert, ist besonders verdächtig, also einfach mitspielen und darauf achten, dass nach der Durchsuchung des Koffers alle Wertsachen wieder im Koffer landen.

Versicherung

In den ersten zwei bis drei Wochen wird man euch sagen, dass ihr eine Versicherung kaufen müsst. Dies kann aber von Club zu Club ganz unterschiedlich sein. Einige Austauschschüler wurden von ihrem Club dazu "gezwungen", bei einigen hiess es dann im Club aber immer "nächste Woche". Ich musste für meine Versicherung 350 Dollar ( oder der entsprechende Wert in der venezolanischen Währung) bezahlen.
Am besten ist es aber wenn man in Deutschland eine Zusatzversicherung abschliesst. Bei den privaten Versicherungen beträgt dieses nur ca. 5 € zusätzlich zum normalen Preis im Monat. Sollten man euch sagen, dass diese in Venezuela nicht gültig sei, dann lasst das erst mal von euren Eltern zu Hause prüfen, damit ihr am Ende nicht doppelt bezahlt.

Finanzen

Nun zum wichtigsten für den Austauschschüler: dem Geld! Am besten eröffnet ihr kein Konto, weil die Inflation teilweise so hoch ist, dass euer Geld nachher weg ist. Man kann mit seiner „normalen“ EC-Karte Geld abheben. Hierbei empfiehlt sich sicherlich die Niederlassung der spanischen Bank Santander, die in Venezuela weit verbreitet ist. Für jede Abhebung zahlt man jedoch eine Gebühr von ca. 5 €.
Zur Sicherheit sollte man trotzdem eine Visa- und/oder Eurocard mitnehmen. Mit der Visa- und/oder Eurocard bekommt ihr an fast jedem Automaten Geld. Außerdem dient sie der Sicherheit, falls euch etwas passiert und ihr z.B. einen Krankenhausaufenthalt vorstrecken müsst.
Travellerschecks könnt ihr nur an Banken einlösen, wenn ihr dort auch Kunde seid. Deswegen ist es besser, man tauscht in Wechselstuben, wobei die "ITALCAMBIO" wohl eine der seriösesten ist. Aber Vorsicht: Manche Geldstuben verlangen einen Nachweis, dass ihr volljährig seid, was bei den meisten von euch wohl kaum der Fall sein wird.
Solltet ihr in den ersten Tagen eure mitgebrachten Dollar, bzw. Euros mit eurer Gastfamilie oder anderen Leuten „schwarz“ in Bolivar tauschen, um für die erste Zeit ein "Startkapital" zu haben, dann informiert euch zuerst über den aktuellen Wechselkurs in eurer Stadt. Dieser ist in der Regel höher als der offizielle Kurs, und da es in Venezuela sehr schwer ist an Dollar oder Euros zu kommen, wird man als Neuankömmling schnell über den Tisch gezogen.
Das monatliche Taschengeld von Rotary wird euch entweder von eurer Gastfamilie oder eurem Club bar auf die Hand gegeben. Es beträgt ca. 150.000 Bolivar (ca. 45 €). Grundsätzlich ist es so, dass das Rotary-Taschengeld nie ausreicht. In den ersten paar Monaten reicht es noch so gerade, aber wenn man erstmal seinen festen Freundeskreis gefunden hat, ist man froh dass man noch die Kreditkarte hat. Das Leben ist aber eigentlich gleich teuer. Markenkleidung ist genauso teuer wie in Deutschland, jedoch sind die Diskotheken und Kinos ein bisschen günstiger. Ein Kinofilm kostet ungefähr nur 4 €.

Gastfamilie

Regeln des Hauses sollte man auf jeden Fall einhalten! Wenn diese missachtet werden kann es schnell zu Unstimmigkeiten kommen, wie es doch eigentlich überall der Fall ist. Macht gleich in der ersten Woche mit eurer Familie klar, was ihr dürft, oder auch was ihr machen müsst. Haltet euch besonders an die Ratschläge der Familie, wenn ihr ausgehen möchtet. Gerade in den größeren Städten ist die Kriminalitätsrate sehr hoch, und eure Familie kann euch am Besten sagen, wo es für euch ungefährlich ist und wie ihr am Besten dorthin kommt. In Venezuela spielt die Familie eine wichtige Rolle. Zeigt also Interesse und geht auf sämtliche Familienfeste, Geburtstage, etc. mit. Dann könnt ihr auch ein andermal ohne schlechtes Gewissen sagen, dass ihr schon etwas mit euren Freunden geplant habt.
Die meisten Familien können sich eine Haushälterin leisten, die i.d.R. auch für den Austauschschüler kocht, wäscht, bügelt und sauber macht. Es macht aber immer einen guten Eindruck, wenn man trotzdem seine Hilfe anbietet und z.B. den Tisch abräumt.
In den meisten Fällen hat man Gastgeschwister. Haltet euch an diese und versucht mit diesen Wegzugehen. Dadurch lernt ihr auch neue Leute kennen die euch dann vielleicht wiederum einladen. Das ist im 1. Monat das Wichtigste. Die Schule fängt meist erst Ende September an, und wenn ihr euch an eure Gastgeschwister haltet kommt ihr so wenigstens ein bisschen unter die Leute.

Schule

Generell ist es so, dass ihr ins letzte Schuljahr kommt (entspricht unserer 11. Klasse). Ihr müsst euch zwischen dem naturwissenschaftlichen (Chemie, Biologie, Physik, Geologie) und dem gesellschaftswissenschaftlichen Zweig (Philosophie, Französisch, Kunstgeschichte, Soziologie) entscheiden. Dazu kommen allgemeine Fächer wie Castellano (spanische Literatur), Englisch, Mathematik, Religion, Sport. Da das letzte Schuljahr jedoch nicht mehr für den Abschluss zählt (im vorletzten Schuljahr werden schon die Bewerbungen für die Uni geschrieben), legen die Schüler mehr Wert auf Party und Strand, als aufs Lernen, was für euch nur von Vorteil ist ;)
Im übrigen wird in den Schulen Frontalunterricht gegeben, d.h., dass der Lehrer an der Tafel sein Programm runterspult, vielleicht das ein oder andere diktiert, aber die Schüler nicht wirklich miteinbezieht. In Naturwissenschaften wie z.B. Mathe und Fremdsprachen wie Englisch werdet ihr allen weit vorraus sein, da der Unterrichtsstoff etwa der 9. Klasse in Deutschland entspricht. Auch wenn ihr am Anfang nicht viel versteht, schaltet nicht ab, sondern versucht dem Unterricht zu folgen. Euer Spanisch wird es euch am Ende danken.
Egal ob ihr an eine öffentliche oder private Schule kommt, müsst ihr eine Schuluniform tragen. Diese Schuluniform sieht immer gleich aus: Blaue Hose, beiges Polo-Shirt, schwarze Schuhe (mit weißen Socken!) und einem blauen Pullover. Sie unterscheiden sich lediglich durch das Schullogo. Auch für den Sportunterricht gibt es eine einheitliche Uniform. Die Uniform ist nicht sehr teuer, da jeder Schüler sie dort braucht. Oftmals bezahlt eure Gastfamilie die Schuluniform.
Des Weiteren wird an jeder Schule mindestens einmal die Woche die Nationalhymne gesungen („Gloria al bravo pueblo“) und die Fahne gehisst. Da eigentlich alle Schulen katholisch sind, ist es auch Gang und Gäbe bei Unterrichtsbeginn das „Vater Unser“ oder das „Ave Maria“ zu beten.

Rotary

Venezuela ist in zwei Distrikte aufgeteilt: 4380 (Westen) und 4370 (Osten + Caracas). Innerhalb seiner Distrikte macht man mehrere kleine Reisen (4-5 Tage, Ausnahme: die Gran Sabana Reise) anstatt einer großen Reise quer durchs Land. Im Distrikt 4380 gibt es auch eine große Tour.
Ich war nur ein einziges Mal bei meinem Club. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Club so ist und sich kaum um den Austauschschüler kümmert. Wenn ich ein Problem hatte, habe ich den Jugenddienstbeauftragten meines Distriktes angerufen und er hat mir sofort geholfen.
Rotary ist in Venezuela "familiärer" und weniger "formell" wie es in Deutschland der Fall ist. Fragt am Ende eures Jahres nach, ob ihrer einen Vortrag über euer Austauschjahr und eure Erfahrungen halten dürft. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch noch einige Infos über euer Heimatland miteinfließen lassen, was die Leute dort meist brennend interessiert.

Kleidung

In ganz Venezuela ist es warm! Auch in Merida, dass schon auf 1400 m liegt, ist es immer noch warm. Lasst Jacke, Mütze und Schal also zu Hause. Nehmt höchstens eine Jeans- und eine Regenjacke mit und ein paar warme Pullover für Fahrten im Bus oder kühlere Abende. In Venezuela solltet ihr aber auch nicht nur in kurzen Hosen herumlaufen, weil die Venezolaner sehr viel Wert auf Kleidung legen. Im Alltag tragen sie immer lange Hosen und Hemden auch wenn es noch so heiss sein sollte. Nehmt also leichte Kleidung mit! Besonders die Frauen lieben es, sich schick zu machen. Nicht umsonst kommen die meisten „Miss Universe“ aus eurem baldigen Austauschland. Mädels stellt euch also schon mal auf High-Heels, Schminke und Kleidung für jeden Anlass ein! Nehmt am Besten auch ein elegantes Kleid mit (wenn ihr so was schon besitzt, wenn nicht, dann besser vor Ort kaufen) für etwaige Hochzeiten oder sonstige feierliche Anlässe.

Essen und Trinken

In Venezuela isst man viel Reis und Mais und Fleisch. Dazu gibt es meist irgendein Gemüse (lustigerweise hält man in Venezuela Kartoffeln auch für Gemüse). Typisch für Venezuela sind Arepas (flache Maisbrötchen), Cachapas (Dicker, leicht süßlicher Pfannkuchen aus Maismehl) und Empanadas (Frittierte Teigtaschen aus Maismehl, gefüllt mit Hühnchen, Schinken, Kaese, Fleisch oder Fisch). Wie in anderen südamerikanischen Ländern üblich, macht man auch öfters eine „Parilla“ (Grillfest) mit der ganzen Familie.
Dazu trinkt man meistens Cola oder einen Fruchtsaft (natürlich aus exotischen Früchten, wie z.B. Ananas, Papaya, Mango, Melone, etc.), entweder pur oder als Milchshake. Natürlich darf in Venezuela der Rum nicht fehlen. Ob auf Eis oder als Cuba Libre mit Cola, das venezolanische Nationalgetränk ist immer dabei. Des Weiteren wird - besonders unter Männern - gerne Whisky oder Bier getrunken. Etwas gewöhnungsbedürftig ist wohl der „papelón“, ein Getränk aus Zuckerrohrsaft mit Zitrone.

Freizeit

In der Freizeit gehen die meisten Jugendlichen gerne an den Strand. Viele Familien haben dort eine Ferienwohnung und man wird immer gerne eingeladen mitzufahren. Außerdem sind viele Venezolaner in Sportclubs angemeldet. Die Jungs spielen natürlich gerne Fußball, aber auch Baseball ist sehr beliebt. Eine weitere Freizeitbeschäftigung ist wohl das Kino. Es ist bei weitem nicht so teuer wie in Deutschland und deshalb geht man auch viel öfters dorthin. Alle Hollywoodstreifen laufen auf Englisch mit spanischem Untertitel. Natürlich wird in Venezuela auch viel gefeiert. Entweder privat bei jemandem zu Hause („reuniónes“) oder in der Disko. Dort läuft neben der normalen House/Pop/Techno Musik auch Salsa, Merengue und natürlich Reggaeton (spanischer Hip Hop). Tanzen ist also ein Muss ;)

Kommunikation

Die Vorwahl von Venezuela ist 0058.
Am besten ist es wenn ihr euren Eltern eine Zeit sagt, wann sie euch anrufen können. Telefonieren von Venezuela ist nämlich teurer als von Deutschland aus. Ich selber habe es so gemacht dass ich meine Eltern angerufen habe, als ich mit ihnen sprechen wollte und dann haben sie mich zurückgerufen. Im Internet findet man auch sogenannte „Billig“ Nummern, die man vor der eigentlichen Telefonnummer wählt, damit das Gespräch günstiger wird.
Am besten schreibt ihr aber E-mails, weil das auch der günstigste Kommunikationsweg nach Hause ist. Eine Stunde im Internetcafe kostet nicht viel, aber die meisten Gastfamilien haben einen PC mit Internet, de Unsersind, ist es auch gang und gäbe fs Lernen, was für euch nur von Vorteil ist ;)gen für die n ihr auch benutzen dürft (Aber bitte vorher nachfragen, ob es eine Flatrate ist). Und sonst gibt es ja auch noch skype oder msn, womit man kostenlos über das Internt telefonieren kann. Sehr günstig telefonieren kann man außerdem über die "centro de communicaciones", kleine Lädchen, mit abgetrennten Telefonzellen, man bekommt eine Nummer und bezahlt einfach beim rausgehen.

(c) 2009 Ines Martin Pelegrina (2005/2006) und Eva Unkenholz (2007/2008)

 

© 2007-2009 Rotex 1870            Impressum

(Fehler gefunden? Markieren und UMSCHALT + ENTER drücken!)

DeutschEnglishEspañol
INFORMATIONEN
Home
Rotex 1870
Tätigkeitsfelder
Über den Austausch
Reisen
Länderinformationen
Sitemap
EXTRAS
Veranstaltungen
Forum
Quartalsberichte
Fotos
Links
LOGIN
Who's Online
Aktuell 9 Gäste online