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Ländertipps Neuseeland



Der Anfang 

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Ich bin am 23.7.99 abgeflogen und Sonntag, dem 25.7.99- 5.00 Uhr morgens in Auckland gelandet. Mit einem großen - in deutscher Sprache gefertigtem Spruchband "Patrik, willkommen in Deiner zweiten Heimat" wurde ich sehr herzlich vom Clubpräsidenten, meinem Coucellor, meinen ersten beiden Gastfamilien und deren Kindern, sowie den beiden Jugend-Distrikt-Beauftragten begrüßt. Anschließend fand ein gemeinsames Frühstück statt. Am Montag durfte ich mich ausschlafen und einleben und am Dienstag fing für mich sofort die Schule an.

Das Land

„Die kleine Insel vor Australien!" NEIN, Das hört mal leider immer wieder von geographisch unsicheren Menschen! Das ist TASMANIEN! Neuseeland liegt 4 Flugstunden westlich von Australien entfernt und besteht aus 2 Hauptinseln sowie vielen kleinen vorgelagerten, bewohnbaren Inselngruppen. Es bietet unglaubliche abwechslungsreiche Landschaften, die sich von Dornenbuschsteppe über schneebedeckte Berge, grüne Landschaften, Busch und Jungel bis hin zu kilometerlangen Stränden zieht! Nicht ohne Grund wurde Neuseeland für 1 Jahr zu „Mittelerde" als Drehort für die Fantasie Geschichte „Lord of the Rings" Die Bewohner Das Land ist durch seine Unberührtheit Ziel zahlloser Touristen geworden und hat es geschafft einen modernen Lebensstiel mit den naturverbundenen Lebensweisen der Ureinwohner zu verbinden. Die Maories sind ein ganz wichtiger Teil des neuseeländischen Lebens, da ihre Kultur Einfluss in alle Bereiche nimmt und Neuseeland einen ganz eigenen Charakter verleiht. Die Akzeptanz zwischen Ureinwohnern und Zuwanderern des 19 Jahrhunderst ( Engländer) untereinander, ist viel größer und harmonischer als in Vergleichsländern wie Südafrika oder Australien, obwohl es auch hier zu Streitigkeiten kommt wie z.B. über das Neu-Design einer Landesfahne!
Das stammesorientierte Leben der Maories und die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen findet parallel zu einem euroarisierten Lebenssteil der Zuwanderer statt. Um das Miteinander zu unterstützen, sind sowohl Englisch als auch Maorie offizielle Amtssprache, Schulen unterrichten in einem eigenen Fach über die Kultur der Ureinwohner und in vielen Fällen wird eine Gleichberechtigung versucht und umgesetzt. Besonders die Maorie Kultur stellt die Hauptattraktionspunkte für Touristen dar, die sich von den einmaligen Schnitzerein, Körperschmuck, Tanz und Musik verzaubern lassen wollen. Aber nur in den Touristen-Hochburgen (z.B. Rotorua) ist dieses Bild von Maories anzutreffen, die meisten leben in Städten und Wohnbezirken, wie die europäischen Zuwanderer auch.

 

Das Leben

Das Leben in Neuseeland wird aber noch maßgeblich durch einige andere Einflüsse geprägt. Wirtschaftlich besteht eine enge Verbindung zu Australien, der größten Hassliebe des Pazifiks. Schon jetzt möchte ich erwähnen, dass sich Neuseeländer und Australier zwar oberflächlich versuchen sich gegenseitig aufzuziehen, jedoch wenn es hart auf hart kommt, Seite an Seite stehen und enge Freundschaft pflegen ( Krieg, Katastrophen, Wirtschaftskrisen usw.) Ein reges Verkehrsaufkommen über die Tasman See ( Abschnitt des Ozeans zwischen Australien und NZ) verdeutlicht dies noch einmal.
Eine starke Einwanderung aus dem asiatischen Raum prägt den neuseeländischen Lebensstiel sehr stark. Es ist bei einer Population von nur 3,5 Millionen Einwohnern, eine überraschen große Zahl an Asiaten, besonders, Japanern und Koreanern dort anzutreffen. Bevorzugt in den großen Städten der Nordinsel wie Auckland und Wellington, jedoch auch in Christchurch, Queenstown, und Dunedin auf der Südinsel sind asiatischer Einfluss z.B. auf die Küche, den Entertainmentsektor, den Einzelhandel und dich Schulen nicht zu übersehen. Ob Sushi Bars an jeder Ecke, asiatische Geschäftsleute in der Innenstadt oder die Fächer „Japanisch, Koreanisch, Mandarin" an den Schulen, sind alle markante Anzeichen dafür.
Das, was Neuseeland ausmacht- seine Menschen- Was ist aber eigentlich der „Neuseeländische Lebensstiel" auf den alle die oben genannten Dinge Einfluss nehmen. Wenn ich den Neuseeländer als solchen beschreiben sollte, würde ich aus meinem Kontakt zu fremden, vertrauten, alten, jungen, und heimischen Menschen folgende Worte der Reihenfolge nach wählen.

  • Herzlich,
  • Gastfreundschaftlich,
  • Prüde,
  • Englisch,
  • Sportlich,
  • Familien-orientiert,
  • Genügsam,
  • Humorvoll,
  • Tierlieb....

Es gibt bestimmt noch viele Eigenschaften, aber durch die eigenen Vergangenheit sind die Neuseeländer sehr Kontaktfreudig und offen gegenüber Europäern und Amerikanern. Bei den Asiaten ist schon ein etwas bittere Beigeschmack dabei, da sie hier eine rein finanzielle Ausbeutung ihres Landes unterstellen. ( Abfischen des neuseeländischen Gewässers, Aufkaufen der Grundstücke..) Leider haben wir Deutsche einen noch übleren Beigeschmack der nun mit unserer Geschichte zusammen hängt! Hitler ist dort den meisten Alten noch sehr präsent, denn die Generation der Großeltern hat viel Elend in Kriegseinsätzen unter Britischer Führung gegen Deutschland im 2. Weltkrieg miterlebt und ein sehr aufreisserischer und detaillierter, aber einseitiger Geschichtsunterricht an den Schulen tut das seinige mit der jungen Generation. Fragen werden jeden Austauschschüler etwas schocken, wie man damit am besten umgeht, erfahrt ihr auf unseren Outbound-Veranstaltungen, wobei kein Patentrezept geschrieben wurde!
Ein unglaubliche ausgeprägtes Familienleben, besonders am Wochenende durch Sport maßgeblich bestimmt, kommt jedem Austauschschüler zu gute. Die Eltern begleiten Ihre Kinder meist zu den jeweils Samstag stattfindenden Schulsportturnieren, feuern kräftig an und engagieren sich sehr, sehr stark in der Organisation des Freizeitangebots der Schulen und Vereine. Besonders Kricket, Rugby Fußball, Rudern Segeln und Netball (Letzteres hauptsächlich Mädchen) bestimmen neben dem Sportprogramm auch das Fernesehnprogramm.
„Wer bei einem Länderspiel der All Blacks ( Neuseeländisches Nationalteam Rugbey) bei dem falschen Neusselender anruft, bekommt auch schon mal ein „ don't piss me off and call back at half time" zu hören ( ohne es böse zu meinen!)"
Segeln ( Americas Cup, den Neuseeland für 8 Jahre halten konnte ) und Kricket sind ebenfalls Sportarten die jeder dort kann und man sich auch nicht verwundern darf, wenn ich einen Stadt wie Auckland ( 1,5 Mio. Einwohner) mitten am Fuße der Hochhäuser ein frei zugängliches Spielfeld ist! ( Nicht Stadion, da gibt es wiederum andere!) Sich gegenseitig zu helfen, ob im kleinen unter Nachbarn, bei Bauarbeiten oder die Katzefüttern im Urlaub zu füttern, bis hin zu freundlichen Auskünften an Fremde die z.B. nach dem Weg fragen ist für wahre Kiwis keine besondere Bemerkung wert. Leider kann dies auch Formen annehmen, die nach unsere Ansicht dörflichen Charakter haben wo der Postbote so frei ist, die Päckchen bis auf den Küchentisch zu bringen, obwohl niemand zu Hause ist, weil er genau weiss, wo der Haustürschlüssel liegt!
Die Erziehung der Jugendlichen ist voll kommen anders als unsere. Die Mädchen scheinen lange von ihren Eltern behütet zu werden und lehnen sich dementsprechend mit Renitenz dagegen auf. Sind aber so teilweise so unselbstständig (auch die Jungen), dass sie von der Schule mit dem Auto abgeholt werden müssen, weil sie Busfahren nicht können! (Alter: 14-16) Das begibt sie in eine Abhängigkeit, die erst mit dem großen Overse Experiance, was häufig im Alter zwischen 18-25 gemacht wird, ablegen.
Jungs haben einen sehr starken Drang mit Alkohol zu experimentieren, da es dort bis lang erst ab 21, jetzt aber schon ab 18 erlabt ist Bier zu trinken und in der Öffentlichkeit immer noch ganz Verboten ist! Eine gewisse Lustlosigkeit über ihren Tellerrand hinaus zu schauen und die fehlende Zielstrebigkeit Erfolgreich zu werden, lassen häufig ein Gefühl der totalen Gleichgültigkeit aufkommen. Kaum einer hat Vorstellungen was er später machen möchte, die allgeem. Antwort lautet: „We will see, i wanna go overseas" „Erst mal raus und dann schauen wir mal" Obwohl es auch in Neuseeland Armut und Reichtum gibt, schein es dem aufmerksamen Betrachter keine direkten Ehelendsviertel zu geben. Die Regierung hat frühzeitig erkannt, dass ein Eigenheim mit Grundstück für den einzelnen ein wichtiger Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft ist und somit ist es in Neuseeland mehr als üblich, dass fast alle Menschen in einem eigenen Haus mit Grundstück leben. Das wiederum hat Einfluss auf das charakteristische Städtebild!
Auckland z.B. hat ein Geschäftszentrum mit Bürohochhäusern und ca. 50 km Radius um die Stadt sind immer noch Wohngebiete die zum Großraum Auckland zählen! Das schein nicht besonders im Vergleich zu z.B. Berlin nur leben in Auckland auch nur 1,5 Mio. Menschen und nicht 5 Millionen! Sehr genügsam und in kleinen vicorianischen Holzhäusern fühlen sich die Neuseeländer sehr wohl. Die milden Temperaturen während des ganzen Jahres ( Auckland 10°C-25°C) ermöglichen in vielen Regionen das Leben ohne Zentralheizung. Ausgenommen hier von, die Gletschernahen Skigebiete sowie Teile der Süd und Nordinsel. Nicht nur die Gebäude deuten auf mehrheitlich Englische Abstammung hin. Auch Feiertage, das traditionelle Teetrinken und das Essen sind ein Beweiß dafür, das keine der Familien aus ehemaligen Immigranten Ihre Wurzeln ganz vergessen hat, oder wollte! Die Englische Königen, vertreten durch den Governor General ist zwar offizielles Staatsoberhaupt, hat aber defakto keine Entscheidungsgewalt, da ein demokratisches Parlament und eine Regierung vertreten durch einen Prime Minister die Staatsgeschäfte leiten.
Es besteht sogar ein starker Drang bei vielen Kiwis sich noch weiter von England zu lösen und ggf. sogar mit Australien zusammen eine gemeinsame Währung, den „ australasischen Dollar ", zu schaffen.

 

Geld

Die Preisliche Situation in Neuseeland ist das Paradies für jeden Austauschschüler der sich noch an die D-Mark zeiten erinnern kann! Dort bekommt man noch etwas für sein Geld! Früher Rechneten sich D-Mark und NZ Dollar fast 1:1 um! Jetzt bekommen wir dem entsprechend für einen Euro 2 NZ Dollar. Das ist Schön für uns, denn die Preise für Waren sind in NZ nicht gleichzeitig angestiegen wie hier! Die Cola Dose kostet da immer noch 0,50NZ $ das sind dann ca. 0,25 EUR! Nicht wie hier in Deutschland dann 0,50 EURO! Besonders empfiehlt sich sie Bank of New Zealand, da hier ein großes Filialnetz in ganz NZ besteht, viele Geldautomaten zur Verfügung stehen und sich auf Konten der BNZ leicht Überweisungen aus dem Ausland ( z.B. Deutschland) machen lassen!

 

Rotary Neuseeland (http://www.rotary.org.nz)

Das was den Austausch in Neuseeland so einzigartig macht, ist die Betreuung durch Rotary. Hier liegt auch einer der gravierernsten Unterschiede zu anderen Ländern, besonders Europa. Rotary ist zwar weltweit eine gleich Aufgebaute Organisation, aber die unterschiedlichen Arbeitsweisen werden schnell deutlich.
In Neuseeland wird der Austausch durch die sog. Countryclubs und suburban Clubs getragen. Das heißt, das Austauschschüler vornehmlich in die etwas außerhalb der Stadt gelegenen Clubs vermittelt werden, aus einem ganz speziellen Grund. Es hat sich herausgestellt, das sie suburban Clubs ein stärkeres Clubleben unterhalten als die City Clubs, die nachhaltig durch Geschäftsleute und Geschäftsleben geprägt sind. Hier sind die Meetings auch Teilweise Morgens oder Mittags, was sich mit der Schule nicht vereinbaren lässt. So sind Abend Meetings das Ideale! Eine regelmäßige Teilnahme ist PFLICHT! Ich kann nur davor warnen nicht hinzugehen! Die Neuseeländischen Rotarier fühlen sich dadurch sehr vor den Kopf gestoßen, wenn Austauschschüler nicht zu den Meetings erscheinen und freuen sich aber im Gegenzug um so mehr, wenn ein Jugendlicher Interesse zeigt an Ihrem Geschen. Sie binden ihre Austauschschüler gerne in das Clubleben ein und ermöglichen somit den Gästen auch an Veranstaltungen teilzunehmen, die einem sonst vorenthalten blieben. Zudem verlaufen die Meetings mit viel mehr Humor und interessanten Moderatoren, die sich Mühe geben, mit der selben Seriosität wie in Deutschland, aber mehr Freude an dem Clubgeschehen die Meetings zugestalten.
„Mir wurde die Chance gegeben, einen Vortrag zu halten mit dem Titel "Deutschland gesternheute-morgen". Da das Thema sehr vielseitig war, hat mir die Ausarbeitung keine Probleme bereitet und nach den ersten Minuten freier Rede hielt sich auch die Aufregung in Grenzen. Sehr schön finde ich es, daß ich in alle Clubaktivitäten mit eingebunden werde. So darf ich z. B. bei der im November geplanten öffentlichen Gartenparty das Barbecue zusammen mit 2 Outbounds des Clubs übernehmen. Oft werde ich zu besonderen Aktivitäten von den Mitgliedern eingeladen, aber auch zu einem ganz normalen Abendessen, um sich einfach nur mit mir zu unterhalten. Mein Club Councellor Gerry Oliver, spielt jeden Mittwoch eine Runde Golf mit mir und lädt mich oft anschließend zu sich ein. Er ist seit 1 Jahr pensioniert und hilft mir überall wo er nur kann"

Der Distrikt 9910, der Beste überhaupt, (grins) veranstaltet neben den Veranstaltungen auf Clubebene auch eine umfangreiches Kultur und Spaß Programm für seine Inbounds.
1) So nehmen alle Inbounds erst an einem Orientation teil, bei dem noch einmal die grundlegenden Regeln für den Aufenthalt sowie die Möglichkeiten des kommenden Jahres erörtert werden. Gute Gelegenheit für die Inbounds sich kennen zu lernen, sowie mit den zuständigen Rotariern des Distriktes Kontakt auf zu nehmen.
2) Dann besteht die Möglichkeit an einem Marae teilzunehmen. Ein Marae ist das Meeting und Familienhaus eines Maorie Stammes. Dort schläft man in traditioneller Form zusammen mit allen anderen Inbounds auf dem Boden und erfährt mehr über das für uns sehr fremde Leben der Ureinwohner. Zubereitung von Essen im Erdofen (Hangi), das Erlernen des Neuseeländischen Kriegstanzes ( Haka) sowie das flechten von Kleidung aus Hanf sind nur einige der Programmpunkte.
3) Der Höhepunkt des Jahresprogramms stellt die 14 Tägige Südinselreise dar. Für Inbounds die auf der Südinsel wohnen, gibt es hier nat. eine Nordinseltour! Dort werden alle sehenswerten Städte und historischen und kulturellen Plätze angesteuert und Spaß ist vorprogrammiert. Die Kosten belaufen sich auf ca. 1000 EUR ( Als Bespiel meine Route: Auckland - Wellington - Picton - Kaikoura - Christchurch - Dunedin - Invercargill - Te Anau - Queenstown - Fox Glacier- Christchurch- Auckland )
4) Zum Abschluss des Jahres wurden alle Inbounds eine Woche lang in ein Adventure Camp eingeladen um dort aufregende Erlebnisse zusammen zu bestreiten (Kletterwand, Abenteuerparkcour, Segeln, Kayaking). 

© Patrick Plöger,  RC of Devonport/Auckland 1999/2000
Last Updated ( Samstag, 19 September 2009 )
 

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